Peru

Trekking in Peru:
In 4 Tagen auf dem Salkantay Trek zum Machu Picchu​​

Machu Picchu, eines der 7 Weltwunder, steht so gut wie bei jedem Reisenden auf der Bucketlist. Natürlich auch bei mir und so ging für mich ein Traum in Erfüllung, als ich im August 2018 nach Peru reise.

Um zum Machu Picchu zu gelangen gibt es verschiedene Wege: mit dem Zug, Bus oder zu Fuß auf einem der vielen Treks. Für mich kommt nur eine Option in Frage: Wandern, genau wie die Inkas damals werde ich mir meinen Weg dort hin zu Fuß erlaufen! Und so geht es für mich in vier Tagen auf dem Salkantay Trek durch die faszinierende Andenlandschaft, vorbei an blauen Lagunen und weiter hinab in den saftgrünen Regenwald bis ich schließlich von oben auf die Inka-Ruine hinabblicken darf.

Alle sprechen vom Inka-Trail, warum dann auf dem Salkantay Trek zum Machu Picchu?

Der Inka-Trail ist einer der beliebtesten Touren zum Machu Picchu und eine Reservierung bereits einige Zeit im Voraus notwendig. Somit fällt dieser für mich schon einmal weg. Und mal ganz ehrlich, wer möchte sich denn mit 499 anderen Wanderern den Weg teilen (so viel sind auf dem Weg übrigens erlaubt). Deshalb habe ich nach Alternativen recherchiert und bin auf den Salkantay-Trek gestoßen. Der Salkantay ist mit 6264m einer der höchsten Berge in der Cusco Region und der Trail zählt zudem als landschaftliches Highlight.

Und Überraschung! Als Bergfreak ist somit meine Entscheidung getroffen: Für mich geht es ca. 70 km in 4 Tagen auf dem Salkantay Trail zum Machu Picchu.

Faszinierende Laguna Humantay

Ausgangspunkt der Wanderung ist Soraypampa auf 3900m. Zum Start gibt es noch das Nationalgetränk Mate de Coca, das besonders in Peru und Bolivien gegen Höhenkrankheit, Übelkeit und Müdigkeit empfohlen wird.

So wandern wir in einer kleinen Gruppe gemeinsam los. Das erstes Ziel soll die Laguna Humantay auf 4250m sein. Die ersten Schritte gehen gut, noch verläuft der Weg aber auch fast eben. Unser Guide zeigt uns wo wir hoch wandern müssen. „Ja, gut machbar, steil ist es nicht“, denke ich mir. Wie herausfordernd eine Wanderung auf der Höhe ist habe ich inzwischen schon fast wieder vergessen.

Der Atem wird immer schneller und die Schritte langsamer. Aber wir lassen uns Zeit. Nach knapp 1,5 Stunden erreichen wir den See. Leider bin ich für einen Moment enttäuscht, es ist bewölkt und die Farbe des Sees ist nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Aber den See vor dem Gletscher zu sehen ist dennoch beeindruckend.

Der Abstieg führt denselben Weg wieder zurück und geht deutlich einfacher als zurück. Wir beziehen unsere Hütten und haben vor dem Abendessen noch etwas Zeit zum Erholen. Ich nutze die Zeit und steige auf den kleinen Hügel hinter den Hütten auf und kann meinen Augen kaum trauen, als sich der Salkantay langsam vor mir erhebt.
Übrigens ist das Aufsteigen und tiefer Schlafen ein wichtiger Punkt, um Höhenkrankheit zu vermeiden.

Blick auf den massiven Salkantay an Tag 1

Über den Salkantay Pass in den Regenwald

Die Nacht war sehr kalt und wir freuen uns auf den warmen Coca-Tee zum Frühstück. Heute steht der härteste Tag vor uns: Wir überqueren den höchsten Punkt der Wanderung.

Während die Sonne langsam über die Berggipfel kommt, gehen wir bereits die ersten Schritte. Immer mit Blick auf den faszinierenden Gipfel des Salkantay. Der Weg führt stetig bergauf bis zum Pass auf 4630m. Meine wohl noch nicht komplett regenerierte Grippe und die dünne Luft machen mir den Aufstieg zu einer echten Herausforderung und die letzten Meter habe ich ordentlich zu kämpfen. Am Pass angekommen erfreue ich mich an der atemberaubenden Aussicht. Hier könnte ich stundenlang sitzen und einfach nur genießen.

Aber leider geht das nicht, wir haben noch eine kleine Strecke vor uns. Der weitere Weg führt hinab ins Tal, die Landschaftsszenerie verändert sich langsam: Schneebedeckte, raue Gipfel hinter uns, vor uns in der Ferne ein saftig grüner Regenwald und dazwischen liegt unser nächstes Camp.

Auf den Gleisen nach Hidroelectrica

Die heutige Tour führt vor die Tore des Machu Picchu. Wir starten weiter bergab durch den Dschungel, entlang des Salkantay Flusses. Wir befinden uns nun in einer komplett anderen Vegetationszone. Unser Guide erklärt uns die verschiedenen Pflanzen und Früchte, die wir auf dieser Strecke entdecken dürfen. Trotz dieser unglaublichen Vielfalt, die wir zu Fuß entdecken, sind froh, dass wir einen Teil heute mit dem Bus fahren.

Von Hidroelectrica wandern wir entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes, Ausgangspunkt für den Besuch des Machu Picchu am nächsten Tag. Die Nacht verbringen wir in einem Hostel. Eine richtige Matratze und eine Dusche haben sich soooo gut angefühlt. Der pure Luxus in solch einem Moment.

Auf zum Machu Picchu

Die Qual der Wahl. Zu Fuß auf den Berg oder mit dem Shuttlebus. Egal für welche Variante man sich entscheidet, früh aufstehen muss man immer. Geplättet von den Tagen davor machen wir uns auf zum Bus – oder sagen wir lieber in die Warteschlange. Gute 2 Stunden warten wir hier bei Dunkelheit und Kälte, damit wir mit einem der ersten Busse nach oben fahren können.

Und dann stehe ich da… Auf so vielen Bildern bereits gesehen, viele Geschichten darüber gelesen, meine Erwartungen waren entsprechend hoch und wurden dennoch übertroffen. Ein unglaubliches Gefühl breitet sich in mir auf, als ich vor dieser imposanten Stätte stehe und den Blick von dieser faszinierenden Szenerie nicht abwenden kann, und weiß mir dies erwandert zu haben, wie die Inkas damals selbst.

Mein Fazit zum Salkantay Trek

Ich bin froh mich für den Salkantay Trek entschieden zu haben und kann es nur allen empfehlen, die mehr von dieser Region entdecken möchten. Die Landschaft ist einfach nur atemberaubend. Trotz aller Anstrengungen habe ich die Zeit in der Natur in vollen Zügen genossen. Die Wanderung ist mit einer guten Akklimatisation gut machbar, die Höhe sollte man allerdings nicht unterschätzen.

Weitere Informationen und Tipps zum Salkantay-Trek:

Grundsätzlich kann man den Salkantay-Trek ganzjährig begehen, dennoch empfehle ich dir während der Trockenzeit, d.h. im peruanischen Winter, von April bis Oktober zu gehen. Ich selbst bin den Trail im August gegangen. Trockenzeit heißt aber nicht, dass es nicht regnet. Wir hatten nur einmal Regen, kurz aber heftig. In der Höhe kann es dafür aber auch recht frisch werden.

Tag 1: Cusco – Soraypampa – Humantay lake – Camp: 12 km, 4.5 Std.
Tag 2: Quiswarniyuc – Salkantay Pass – Huayracmachay – Chaullay Camp: 21km,  7-8Std.
Tag 3: Chaullay – Santa Teresa – Hidroecetrica – Aguas Calientes: 27 km, 6-7 Std
Tag 4: Machu Picchu – die Strecken sind individuell, je nachdem was du besuchst und wie lange du in der Stätte dich befindest.

Habt ihr einen Tag mehr ändert sich nicht groß etwas an den Strecken, dafür verbringt ihr aber an Tag 3 den Nachmittag noch in den heißen Quellen und könnte am nächsten Tag noch Ziplining machen und in Ruhe nach Aguas Calientes laufen.

Im Gegensatz zum Inka-Trail ist der Salkantay-Trek auch spontan ein paar Tage vorab buchbar. Möchtest du allerdings auf einen der Aussichtsberge solltest du in der Hauptsaison ca. 1 Monat im Voraus buchen.

Ich kann dir folgende Tour über Get your Guides empfehlen: Auf dem Salkantay-Trek zum Machu Picchu*

Die Preise variieren deutlich und empfehle dir dich gut zu informieren. Ich habe durch meine Volunteerarbeit in Cusco einige gute Kontakte und Empfehlungen bekommen und konnte mich so recht günstig an eine Gruppe anschließen. In der Tour war alles komplett inkludiert (Mahlzeiten, Schlafsack, Übernachtungen, Führung & Rückfahrt mit dem Bus nach Cusco).
Zusätzlich kam vor Ort noch Trinkgeld für Guide & Koch, sowie der Salkantay-Eintritt und Snacks, die ich mir unterwegs gegönnt habe, sowie die Busfahrt zum Eingang zum Machu Picchu.

Mit folgenden Kosten musst du rechnen:

  • Salkantay-Trek inkl. Eintritt Machu Picchu ca. € 160
  • Eintritt Salkantay (10 Soles) € 2,50
Optional:
  • Frühstück 1. Tag (20 Soles) € 3,90
  • Montaña Machu Picchu oder Huayna Picchu (65 Soles) € 18
  • Bus Aguas Calientes – Machu Picchu & zurück € 20
  • Snacks & Getränke auf dem Trail
  • Heiße Quellen (25 Soles) € 6,70
  • Ziplining
  • Zug
  • Warme Dusche am 2. Tag (10 Soles) € 2,50

Der Salkantay-Trek ist wohl der anstrengendste Trail zum Machu Picchu. Dennoch sollte die Höhe nicht unterschätzt werden, deshalb ist eine gute Akklimatisierung unabdingbar.

Die Mahlzeiten sollten bei einer geführten Tour dabei sein, d.h. die Köche zaubern dir ein leckeres Abendessen, dabei gibt es Suppe, Reis, Nudeln, Gemüse, Fleisch und sogar Nachtisch. Morgens wird dir Frühstück mit Coca-Tee & Kaffee serviert und für den Trail erhälst du ein Lunch-Paket. Die Portionen sind auf jeden Fall ausreichend.

Solltest du dennoch Lust auf ein paar Snacks haben, dann hast du immer noch die Möglichkeit unterwegs bei den Einheimischen etwas zu kaufen (die Preise sind natürlich utopisch).

Besondern in der Höhe ist es wichtig viel zu trinken. Lass dir im Camp Wasser abkochen und füll deine Flasche auf. Unterwegs gibt es sonst auch immer wieder Flüsse und Bäche (aber Entkeimungstabletten nicht vergessen!).

Du kannst den Salkantay-Trek alleine gehen, der Weg gut zu finden. In der Hochsaison kann es natürlich sein, dass Unterkünfte vorab ausgebucht sind.
Ich habe mir für eine geführte Tour entschieden, da es die komfortablere Variante war und preislich nicht wirklich einen Unterschied gemacht hätte. So war alles vorab geplant, ich musste mein Essen und Zelt nicht selbst tragen. Zudem wusste ich nicht wie mein Körper auf der Höhe reagiert und manchmal ist es auch echt toll in einer Gruppe mit tollen Menschen unterwegs zu sein.

Du möchtest auch auf dem Salkantay Trek zum Machu Picchu?

Du hast einen straffen Zeitplan und möchtest bereits von Deutschland aus die Wanderung auf dem Salkantay-Trek buchen? Dann kann ich dir folgende Tour über Get your Guides empfehlen: Auf dem Salkantay-Trek zum Machu Picchu*

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