Tansania

Kilimanjaro FAQ's:
Was du vor einer Kilimanjaro Besteigung wissen möchtest

Nach meinem Reisebericht über Kilimanjaro Besteigung haben mich einige Fragen dazu erreicht. Deshalb findest du hier nun alle notwenigen Informationen und Tipps, die du vor Anreise wissen solltest, damit die Besteigung ein einmaliges Ereignis für dich wird.

Kurz zusammengefasst:

#1 Alter und Fitness spielen keine große Rolle

#2 Der Busch ist dein Freund

#3 Hygiene ist ein Fremdwort

#4 Du wirst Porridge lieben

#5 Mentale Stärke kann so viel

Kilimanjaro Besteigung: Planung, Kosten & Vorbereitung

Wie fit muss ich für die Kilimanjaro Besteigung sein?

Klar, eine Bergbesteigung ist kein Spaziergang um den See, vor allem nicht auf einen mit fast 6000m. Eine gewisse Grundkondition und Fitness sollte deshalb schon vorhanden sein. Ganz wichtig ist auch, dass du keine gesundheitlichen Probleme hast. Ein Garant für den Gipfelerfolg ist die Fitness aber nicht. Es gibt super sportliche Bergsteiger, die aufgrund der Höhe den Gipfel nicht erreichen.

Benötige ich Bergsteigerkenntnisse?

Der Kilimanjaro erfordert keine besonderen technischen Herausforderungen, d.h. du brauchst keine Erfahrung im Bergsteigen. Bergtouren sind natürlich immer von Vorteil. Wichtig ist hier vor allem die mentale Stärke, besonders der Gipfeltag fordert Körper und Kopf ziemlich heraus.

Wie bereite ich mich darauf vor?

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht so wanderbesessen wie heute. D.h. meine Bergtouren waren eher klein und kurz. Allerdings war ich oft joggen und viel im Fitnessstudio. Ab dem Zeitpunkt als feststand, dass ich auf den Kilimanjaro steige, habe ich meinen Fokus im mehr auf Ausdauertraining und Beine/Wadentraining gelegt. D.h. ich war viel laufen, auf dem Crosstrainer mit Steigung bzw. auf dem Stepper mit hohem Widerstand. Zudem habe ich noch ein paar Bergwanderungen gemacht, die auf ca. 2900m geführt haben. Ob das jetzt ausschlaggeben war kann ich nicht sagen, aber ich hatte keine Höhenprobleme und keinen Muskelkater.

Wie hat sich die Höhe ausgewirkt?

5.895m sind nicht ohne, Symptome der Höhenkrankheit können bereits ab ca. 2.000m Höhe auftreten. Symptome sind u.a. Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindel, Atemnot, Schlafstörungen, … Ich selbst wurde zum Glück verschont und hatte keine Probleme mit der Höhe. Was du auf jeden Fall merken wirst, ist das alles deutlich anstrengender ist, das Herz viel schneller schlägt und dass du schon nach kurzer Zeit in der Höhe außer Puste bist. Sollten sich aber erste Symptome bei dir bemerkbar machen, gebe deinem Guide Bescheid. Er kann die Sache sehr gut einschätzen und sagen wie es weitergeht. Meistens gehen die Symptome auch wieder zurück, sobald man wieder etwas absteigt. Und ganz wichtig: Höre auf deinen Körper!

Wie schlimm ist der Gipfeltag?

Ganz ehrlich, heftig! Ich bin mir teilweise wie in Trance vorgekommen, war gar nicht mehr ganz bei mir selbst und habe einfach nur noch einen Schritt vor den anderen gesetzt und gehofft, dass es bald zu Ende ist. In der Dunkelheit kommt das Ziel einfach nicht näher, man hat absolute keine Zeit- und Streckenorientierung und dazu ist es bitter halt. Das Wasser war nach kurzer Zeit eingefroren und an Pausen war nicht zu denken, da wir sonst an Ort und Stelle festgefroren wären. Aber einmal im Trott drin, läuft sich es dann fast automatisch – vorausgesetzt du kannst deine Gedanken umstellen. Dafür es so ein unglaubliches Gefühl, wenn sich langsam die Sonne hinter dem Horizont hervorschiebt. Aber spar dir noch einige Energiereserven für den Abstieg, denn der ist noch einige Kilometer lang. Am Gipfeltag bist du mind. 12 Stunden zu Fuß unterwegs.

Wann ist die beste Reisezeit?

Grundsätzlich kann der Kilimanjaro ganzjährig bestiegen werden. Allerdings wird natürlich die Trockenzeit, d.h. von Mitte Dezember bis Mitte März und Ende Mai bis November, für die Besteigung empfohlen. Wir haben unsere Tour auf Ende Februar, also gegen Beginn der Nebensaison, gelegt.

Wie komme ich zum Kilimanjaro?

Der Kilimanjaro liegt im Nordosten Tanzanias. Der Kilimanjaro International Airport ist der Zielflughafen in Tansania, wenn du auf den Kilimanjaro möchtest. Von Deutschland aus fliegen verschiedene Airlines, u.a. Ethiopian Airlines mit Stopp in Addis Abeba, Condor oder KLM. Mit Ethiopian habe ich gute Erfahrungen gemacht und preislich waren sie auch sehr attraktiv.
Meine Flüge buche ich immer über Skyscanner*.

Welche Routen gibt es und welche wähle ich?

Viele Wege führen zum Gipfel. Um genauer zu sagen, gibt es fünf Hauptrouten, jede mit anderen Ansprüchen und landschaftlichen Höhepunkten. Natürlich variieren auch die Preise der verschiedenen Strecken und die Länge der Tour.

  1. Marangu (Coca-Cola) Route: 5 bis 6 Tage, 64 km
    Die Marangu Route ist die einfachste und günstigste Route auf den Gipfel, weshalb sie auch für viele Touristen interessant ist. Die Übernachtungen finden in Hütten statt. Nachteil, der Auf- und Abstieg erfolgt über die gleiche Route.
  2. Machame (Whishey) Route: 6 bis 7 Tage, 61 km
    Die Machame Route ist die zweit beliebteste Route und ist technisch anspruchsvoller als die Marangu Route. Sie gilt zudem als landschaftliches Highlight. Der Abstieg erfolgt über die Mweka Route. Übernachtet wird im Zelt.
  3. Rongai Route: 6 Tage, 54km
    Die Route gehört zu den leichteren Wegen auf den Gipfel. Startpunkt ist auf der anderen Seite des Berges im Norden und somit an der Grenze Kenias, weshalb sie auch weniger begangen wird. Der Abstieg erfolgt über die Marangu Route. Die Landschaft ist abwechslungsreich, aber nicht so schön wie auf der Machame Route.
  4. Umbwe Route: 6 Tage, 48 km
    Die Umbew Route ist die schwerste und kürzeste der verschiedenen Routen, da sie sehr steil ist. Der Abstieg erfolgt wie bei der Machame Route über die Mweka Route.
  5. Lemosho Route: 7 oder 8 Tage, 67 km
    Die Lemosho Route ist etwas länger und trifft unterwegs auf die Machame Route. Du den längeren Aufstieg bietet sie eine gute Akklimatisierung und die Change am Gipfel anzukommen ist recht hoch. Preislich ist sie die Teuerste der verschiedenen Varianten.

Ich habe mich für die Machame Route entschieden, da sie landschaftlich einfach wunderschön ist und durch einen zusätzlichen Akklimatisierungstag die Chancen für den Gipfelerfolg sehr hoch sind.

Kann ich ohne Guide wandern?

Die Besteigung bzw. der Zutritt in den Nationalpark ist nur mit ausgebildetem Guide erlaubt, der sich auskennt und auch im Falle eines Notfalles weiß was zu tun ist. Neben einem Guide, gibt es noch –ja nach Gruppengröße- einen weiteren Guide, sollte sich die Gruppe unterwegs trennen müssen. Außerdem wird so die Arbeit für die Einheimischen gefordert.

Wie teuer ist eine Kilimanjaro Besteigung?

Sagen wir so, günstig ist es nicht. Und für Backpacker ist es eine Menge Geld. Die Preise variieren zwischen € 1000 und € 4000 – je nach Route und Tour und Inklusivleistungen. Ich habe knapp € 1200 bezahlt zzgl. Trinkgeld. Dabei war alles inkludiert von Essen bis Ausrüstung. Wenn man bedenkt, dass Nationalparkgebühren (Eintritt und Campgebühren) schon knapp US$ 150 USD pro Tag pro Person kostet, kann man sich ausrechnen was dann noch übrig bleibt (die Infos habe ich allerdings erst später rausgefunden).

Wie viel Trinkgeld soll ich geben?

Wie im Abschnitt davor beschrieben, kann man sich grob ausrechnen, wie viel bei den Einheimischen hängen bleibt. Die Einheimischen leben vom Trinkgeld und wenn man bedenkt, was sie sich hier täglich über mehrere Monate antun, ist es nur gerechtfertigt.

Empfohlen wird:

  • Guide: US$20-25 pro Tag
  • Guide-Assistenten: US$15-20 pro Tag
  • Koch: US$12-15 pro Tag
  • Träger: US$6-7 pro Tag

Also etwa US$250-300 pro Person

Das Trinkgeld wird in der Gruppe gesammelt und am Ende persönlich übergeben.

Außerdem ist es zu empfehlen, dass ihr Dinge, die ihr nicht mehr unbedingt braucht auch weitergebt. Teilweise laufen die Einheimischen in durchlöcherten Schuhen und dünner Jacke da hoch. Über Ausrüstung (Schuhe, Rucksack, …) freuen sie sich unglaublich.

Wo schläft man?

Auf der CocaCola-Route schläft man in Hütten, bei allen anderen Routen habt ihr ein eigenes Zelt, das die Träger von Camp zu Camp transportieren.

Was macht man nach Ankunft im Camp?

Nach Ankunft im Camp muss natürlich zuerst das Nachtlager hergerichtet werden (Zelt steht bereits), dann gibt es essen, unterhält sich mit anderen Personen oder mit der Gruppe und bekommt dann von den Guides ein Briefing für den nächsten Tag. Auf der Höhe wird es recht schnell frisch und nach einem langen Wandertag ist man froh, wenn man sich früh in den Schlafsack legen kann.

Was gibt es zu essen?

Ich muss gestehen, ich war positiv überrascht, was unsere Truppe da in der Höhe und mit den wenigen Utensilien gezaubert hat. Zum Frühstück gibt es meist Porridge mit Tee / Instant-Kaffee. Mittags hatten wir ein Lunch-Paket mit Riegel, Obst bekommen, nachmittags gibt es im Camp Tee mit Popcorn und zum Abendessen wurden uns verschiedene Gerichte serviert: Suppe als Vorspeise, Chicken, Reis, Nudeln, Gemüse als Hauptgang und Obst zum Nachgang. Verhungert sind wird sicher nicht. In der Höhe muss man sich eh zwingen zu essen.

Woher bekomme ich Trinkwasser?

Trinken ist eines der wichtigsten Dinge am Berg. Mind. 3 Liter pro Tag gelten als Richtwert. Deshalb ist es wichtig, die Wasserflaschen/-beutel am Morgen aufzufüllen. Wasser wird mitgetragen bzw. von den Trägern unterwegs aus kleinen Quellen/Bächen geholt. Bevor es getrunken wird, wird es abgekocht. Ansonsten habe ich auf meinen Wandertouren immer Entkeimungstabletten* dabei. Diese müssen 30 Minuten einwirken und dann kann das Wasser ohne Bedenken getrunken werden.

Was, wenn ich auf Toilette muss?

In den Camps gibt es Toilettenhäuschen bzw. Plumpsklos – es besteht zudem die Möglichkeit, dass du für ein eigenes portables Toilettenhäuschen bezahlst. Klopapier gibt es allerdings keines.
Während der Wanderung ist dann der Busch deine Anlaufstelle. Wie bei allen Touren in der Natur gilt auch hier, nicht in der Nähe von Wasser, und nicht direkt am Weg. Und reicht das große Geschäft nicht bis zum Camp, an bitte in ein Loch und anschließend vergraben, das Klopapier auch (oder am Besten in einer Tüte wieder mitgenommen werden).

Was trage ich selbst?

Eigentlich nur einen Tagesrucksack mit allen Dingen, die du über den Tag verteilt benötigst. In deinen Tagesrucksack müssen min. 3 Liter Wasser passen, das Lunchpacket, Sonnencreme, Regensachen und evtl. noch eine Kamera. Das war‘s. Den Rest tragen die Träger. Aber auch hier gilt nur das Nötigste.

Wie kalt ist es nachts?

Es ist unglaublich kalt. Ich hatte nachts alles an was ich dabei hatte, dennoch habe ich stark gefroren.

Wie sind die Temperaturen insgesamt?

Du musst grundsätzlich für alles ausgerüstet sein. Am Fuße läufst du durch den schwülen Regenwald mit ca. 20 – 25°C, während des Gipfelaufstieges bei Nacht waren es sicherlich -20°c.

Was packe ich ein?

Eine Packliste bekommst du hier.

Noch ein schwieriges Thema zum Schluss: Massentourismus am Kilimanjaro?

Der Kilimanjaro zieht viele Menschen an, da er technisch keine Schwierigkeiten aufweist und so natürlich sehr attraktiv für Menschen ohne Bergsteigerkenntnisse. In den Camps reihen sich Zelt neben Zelt. Neben den Touristen sind natürlich auch sehr viele Einheimische am Berg, ca. drei bis fünf pro Tourist. Eine ungemeine Menge. Für die Einheimischen ist es aber eine gute Einnahmequelle zu Lasten ihrer Gesundheit und der Natur. Ein ziemlicher Zwiespalt.
Entscheidest du dich für den Kilimanjaro, solltest du dir sicher sein, was du dir und deinem Körper antust. Achte bei der Auswahl der Agentur unbedingt auf eine faire Bezahlung der Einheimischen und lasse keinen Müll liegen!

Was kann ich in Tansania noch machen?

Neben dem Kilimajaro solltest du unbedingt noch eine Safari im Serengeti Nationalpark machen. Mein Reisebericht dazu kommt bald dazu online. Ein unglaubliches Erlebnis.

Wenn du dann noch etwas Zeit hast, empfehle ich dir ein paar Tage auf Sansibar zu entspannen.
Mehr über Sansibar erfährst du in meinem Blogpost.

Hast du noch weitere Fragen?

Dann lass es mich doch im Kommentar wissen. Ansonsten freue ich mich auch über deine Meinung zur Kilimanjaro Besteigung!

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